Am 1. Dezember 2009 feierte Daniel Padrutt sein 40-jähriges Firmenjubiläum bei der Druckerei Hertig + Co. AG. Zu diesem schönen Ereignis ist eine Spezialausgabe «Daniel Padrutt - 40 Jahre bei Hertig» des Amt Aarberg Anzeigers erschienen. Einige Auszüge sind untenstehend zu lesen.
Beitrag von Walter Siegrist
Eigentlich haben Daniel und ich bereits 1978 zusammengearbeitet. Aufgefallen ist er mir aber nie. Erst nach 4 Jahren HERTIG wurde der Kontakt intensiver. Damals wurden die Karten bei den Auftragsabläufen neu gemischt und die Verantwortungen in den Abteilungen neu geregelt. Daniel leitete die Abteilung Montage-Kopie und ich die Abteilung Druck. Somit hatte ich die Pflicht, jede schlechte Druckplatte als Fehler aufzuschreiben und zu reklamieren. Manchmal waren die Diskussionen sehr hart. «Wo liegt der Fehler», bei Daniel oder bei mir. Zusammen kontrollierten wir die Filmmontagen und suchten die schlechten Seiten, die auf der Druckform nicht passgenau waren. Im Extremfall riss Daniel die Seiten ab mit den Worten «va chier bonne nuit»!
Bei meinem Austritt 1985 habe ich mit meinen Arbeitskollegen ein kleines Abschiedsfest gemacht. In meiner Erinnerung bleibt, dass mir Daniel im versteckten eine Flasche Martini mitgegeben hat mit den Worten, dass ich beim Trinken an die guten Zeiten bei HERTIG denken soll.
Unsere privaten Treffen begannen erst bei meinem Neueintritt bei HERTIG. Daniel nahm mich damals mit zu den Eishockeymatches des EHC Biel und überredete mich, in der Werbegruppe mitzumachen. Von da an trafen wir uns regelmässig und arbeiteten gemeinsam an den Werbemassnahmen des EHC’s. Unter anderem organisierte er zusammen mit Margret die erste Weihnachtsfeier mit Sponsoren in Studen. Später wurde daraus das Valentinsfest. Padrutt und EHC, hier gäbe es sicher viel zu berichten.
Ein Schlüsselpunkt war die Zeit, in der Herr Hertig offiziell bekannt gab, dass er mit einem Management- By-out die Firma verkaufen wolle. Ich hatte den Willen, den Mut, den Ehrgeiz, aber zuwenig Geld. Keiner im Management wollte sich mit mir zusammen tun und die Zukunft aktiv mitgestalten. Doch dann kam Daniel mit den Worten «wenn es hilft die Firma zu retten, gebe ich dir mein Geld». Ich antwortete ihm: «Besser als mir dein Geld zu geben ist, dich direkt als Partner an der Firma zu beteiligen». Von da an, begann eine spannende Zeit. Wir sassen zusammen, fantasierten, studierten, zeichneten auf, schmiedeten Pläne und setzten uns gemeinsame Ziele.
Wichtiger als das, was wir erreicht haben ist aber die Tatsache, dass wir als gute Freunde in diese Übernahme gestartet sind und bis heute diese Freundschaft pflegen. Wir können miteinander ohne Vorbehalt über jedes Thema philosophieren und finden in der Diskussion immer eine gemeinsame Lösung. Damit hat Daniel dazu beigetragen die Firma HERTIG vor einem Verkauf zu retten und den Fortbestand der Druckerei zu sichern.
Ich danke dir nicht nur für die 40 Jahre Arbeit bei HERTIG, sondern auch für deine Freundschaft.
Walter
Beitrag von Beat Franz
In einer Schnupperlehre als Elektromonteur, per Zufall in der Druckerei Weber Brügg, sah ich zum ersten Mal Offset-Druckmaschinen. Von diesem Moment an war mir klar, diesen Beruf will ich lernen. Ich bewarb mich bei verschiedenen Druckereien und bekam die Zusage von der Druckerei Hertig. Ich freute mich sehr auf meine Lehre und war auch dementsprechend motiviert. Am 03.04.1972 war mein erster Arbeitstag.
Mein Berufsziel war es, ein guter Drucker zu werden. Aber der Ausbildungsplan stellte uns damalige «Hertig-Stifte» vor eine harte (zweijährige) Bewährungsprobe. Anstatt wie alle anderen Lehrlinge in der Berufsschule von ihren ersten Einsätzen an der Maschine zu protzen, wiesen wir auf unser zweijähriges Martyrium in der Montage/Kopie hin. Und in dieser Abteilung führte kein Weg an Daniel Padrutt und Fritz Trittibach vorbei. Der damals 23-jährige Daniel Padrutt arbeitete als gelernter Schriftsetzer in der Abteilung Montage / Kopie der Firma Hertig. Und was ich noch heute nicht begreifen kann, 2 ausgewachsene Berufsleute belichteten wie blöd, in der Schleuder beschichtete Elan- oder Mikral-Platten, und ich als 1.-Lehrjahr-Stift musste Woche für Woche, Monat für Monat nur Druckplatten entschichten, anstatt den Beruf des Offsetdruckers zu lernen. Richtig vermutet, ihre gegossenen, belichteten und abgedeckten Druckplatten musste ich entschichten. Da die Schleuder und der Belichtungsrahmen ja sowieso dauernd von den zwei Herren besetzt waren, blieb mir ja auch nichts anderes übrig als diese Überkleider zerfressende Arbeit (Phosphorsäure) zu machen. Um dann meine Aufträge noch realisieren zu können, musste ich öfters anhängen, und das für Fr. 240.– im Monat, das ging dann doch etwas zu weit. Diese zwei Lehrjahre waren die «härtesten» Jahre in meinem Leben. Oft zweifelte ich an meiner Berufswahl und benied an jedem Schultag meine druckenden und über drucktechnische Probleme diskutierenden Berufskollegen.
Diese Aussagen sind sicher stark übertrieben. Aber so lernte ich Daniel Padrutt kennen. Herr Padrutt, den 23-jährigen légèren Welschen. Er war zu uns Lehrlingen immer anständig und unterstützte uns (obschon ich auch für ihn entschichten musste). Der Altersunterschied war ja noch nicht so gross. Einmal habe ich bei ihm zu Hause einen Kronleuchter installiert. Mein Vater war Elektromonteur und ich wusste daher ziemlich genau, was ich machen musste. Meines Wissens hat die Lampe dann auch immer geleuchtet und runtergefallen ist sie auch nicht. Für diese Arbeit entlöhnte er mich mit Fr. 50.– und einem kühlen Bier. Diese Geste habe ich ihm nie vergessen. 50 Franken waren zu dieser Zeit viel Geld (ca. 1/5 Lohn).
Nach meiner Lehrzeit trennten sich dann unsere Wege. Ich ging in die Rekrutenschule und fand nach Abschluss meines Militärdienstes eine Stelle als Drucker in der Firma Zeiler, Köniz.
Nach 30 Jahren, im Juli 2006, schloss sich dann der Kreis. Es ergab sich eine Situation, in welcher mir meine jetzige Stelle angeboten wurde. Bevor es aber zur Vertragsunterzeichnung kam, musste ich vor den Verwaltungsrat der Firma. Und nun stand mir wieder der légère Welsche gegenüber, welcher mir mein erstes Berufsjahr ein bisschen erschwert hatte.
Wenn ich jetzt zurückdenke, muss ich gestehen, dass diese kurze Episode unserer Beziehung nicht geschadet hat. Und es freut mich sagen zu dürfen, dass ich Daniel ungefähr 8 von seinen 40 Jahren in der Druckerei Hertig begleiten durfte.
Beat
Beitrag von Ulrich Hertig
Im Oktober 1969 stellten Max Brugger und ich Dany Padrutt mit Arbeitsaufnahme am 1. Dezember 1969 an. Dany war Schriftsetzer, aber dort waren alle Stellen besetzt. Mangel herrschte hingegen in der Offset-Bogenmontage und für diese Tätigkeit arbeitete er sich ein. In der Satzherstellung begannen um diese Zeit die grossen technischen Neuerungen, vom Bleisatz zum Photosatz, etwa 10 Jahre später zum Digitalsatz. In der Offset-Bogenmontage erwartete Dany eine stabile Tätigkeit, was ihm entsprach. Aber später erfuhr auch er gewaltige berufliche Veränderungen. Die konventionelle Bogenmontage wurde ersetzt durch elektronische, und heute werden die Druckplatten ohne Filmmontagen direkt ab Datenbank belichtet.
Dany ist einer der Mitarbeiter wie man sie sich nur wünschen kann. Kompetent und zuverlässig in seiner Arbeit, ein guter Arbeitskamerad gegenüber den anderen, ein Mitarbeiter auf den man sich auch in schwierigen Zeiten verlassen konnte.
Ich wollte die Nachfolge so lösen, dass die Firma als unabhängige Unternehmung weiterexistieren konnte, ein Verkauf an eine andere Druckerei kam nicht in Frage. So hat es mich ganz besonders gefreut, dass er sich dazu entschloss sich mit seinen Ersparnissen am Kauf der Hertig+Co. AG durch Walter Siegrist zu beteiligen. Aus nun neunjähriger Distanz denke ich mit grosser Dankbarkeit auf die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Dany Padrutt zurück und wünsche ihm und seiner Frau Margret weiter Glück und Zufriedenheit auch bei der Arbeit.
Ulrich Hertig
|

|
| Käsekuchen zum Apéro |

|

|
| Daniel Padrutt |

|

|
| Der Weihnachtsbaum im Eingangsbereich der Druckerei Hertig + Co. AG |

|

|
| Dani Padrutt beim lesen der Spezialausgabe des Amt Aarberg Anzeigers |

|

|
| An der Hertig-Bar |

|

|
| Dani Padrutt nimmt Gratulationen entgegen |

|

|
| Das Jubiläum macht Freude |

|

|
| Fröhliche Gespräche im Eingangsbereich |

|

|
| Roland Neuhaus, André Kunz und Max Huber blicken gespannt in die grosse Nudel-Pfanne |

|

|
| Apéro an der Hertig-Bar |

|

|
| Walter Siegrist |

|

|
| Mitarbeitende der Druckerei Hertig + Co. AG |

|

|
| Nudeln zur Feier des Tages |

|

|
| Die feine Speise als Mittagessen wird genossen |

|
|